Kinderschutzkonzept

Das Team und der Vorstand setzen sich laufend mit den einzelnen Bereichen des Kinderschutzkonzeptes intensiv auseinander. Dies geschieht unter anderem in regelmäßigen Teamsitzungen, Fallbesprechungen, Lesen von Fachliteratur, Inanspruchnahme von Fortbildungen zu den einzelnen Themen. Die Eltern werden bei den Elternabenden, Elterngesprächen und im Rahmen der Mitgliederversammlung regelmäßig darüber informiert, was erarbeitet wurde und wie das Team die einzelnen Themen in der pädagogischen Arbeit umsetzt. Das hier vorliegende Konzept beruht auf dem vorhandenen pädagogischen Konzept und ist eine Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse, wird aber stets weiterbearbeitet und -entwickelt.

München, im Dezember 2020

Das Rabauken Team und der Vorstand

Kinderschutzkonzept als PDF

1. Trägerverantwortung

1.1. Verein

Die Eltern-Kind-Initiative LMU Rabauken e.V. gibt es seit dem Jahr 2003. Viermal jährlich findet eine Mitgliederversammlung statt, die vom Vorstand einberufen wird. Der gesamte Vorstand besteht aus fünf Vorständen, einem Finanzvorständen, einem Fördervorstand, zwei Personalvorständen und einem Kommunikationsvorstand.

1.2. Eltern

Die Initiative basiert auf der Mitarbeit der Eltern in verschiedenen Gremien, die jährlich bei der Mitgliederversammlung vergeben werden und deren jeweiliger, individueller Aufgabenbereich zuverlässig ausgeführt werden muss. Die Teilnahme an den Mitgliederversammlungen ist verpflichtend. Die Mitgliedschaft in der Eltern-Kind-Initiative „LMU Rabauken e.V.“ verlangt von den Eltern die Bereitschaft, sich aktiv in Elterndiensten zu engagieren, die unter der Elternschaft aufgeteilt werden.

Durch die Rolle als Arbeitgeber und sogleich „Kunde“ der Einrichtung sind die Eltern besonders gefordert, zum Gelingen der Kommunikation beizutragen, Konflikte zu klären und anstehende Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft auszuführen. Dem Kommunikationsfluss zwischen Vorstand, Personal und der Elternschaft muss besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, damit er zur Zufriedenheit aller Beteiligten (Team, Eltern, Kinder) glückt.

1.3. Team

Die Teams der beiden Krippengruppen setzen sich üblicherweise aus zwei Fachkräften (Erzieher/-in) sowie einer Ergänzungskraft (Kinderpfleger/-in, Berufspraktikantin oder vergleichbar) zusammen. Dazu kommen pro Gruppe eine Person im Freiwilligen Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst. Es gibt eine organisatorische Hausleitung, sowie eine Stellvertretung. Die Arbeit erfolgt gemäß den Kriterien des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans.

Alle Teammitglieder bekommen jährlich von ihrem jeweiligen Personalvorstand eine Unterweisung zur Münchner Grundvereinbarung und unterschreiben diese. Die Personalvorstände stellen sicher, dass alle Mitarbeiter bei Einstellung und dann alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. In den Einstellungsgesprächen wird das Kinderschutzthema besprochen. Die Einrichtungsleitung informiert und kümmert sich um „Fortbildung, Supervision, Qualitätsbegleitung“ und behält einen Überblick über die Fortbildungen der Mitarbeiter und dokumentiert diese.

1.4. Zusammenarbeit Eltern-Team

Die verpflichtenden Mitgliederversammlungen, bieten die Möglichkeit zum Austausch zwischen Team und Eltern. Es werden pädagogische und organisatorische Inhalte der Vergangenheit und Zukunft besprochen, Wünsche und Anregungen ausgetauscht. Einblicke in den Alltag der Kinder gibt die Wochendokumentation, die in den Garderobenbereichen der Gruppen einsehbar ist. „Tür- und Angelgespräche“ dienen lediglich einem kurzen Infoaustausch über dringende, tagesaktuelle Themen; ansonsten können Elterngespräche/Entwicklungsgespräche bei Bedarf vereinbart werden, sie finden jedoch verpflichtend mindestens einmal pro Krippenjahr statt. Diese Gespräche basieren auf einer sorgfältigen Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung des Kindes.

1.5. Vernetzung

Es besteht Kontakt zum KKT (Kleinkindertagesstätten e.V.) und öffentlichen Einrichtungen des Stadtteils. Unter den Mitgliedern des KKT werden in regelmäßigen Abständen Vernetzungstreffen sowohl auf Mitarbeiter- wie auch auf Vorstandsebene durchgeführt.

Des Weiteren wird die Verbindung zu anderen Kinderkrippen in der Umgebung gepflegt. Im Rahmen konkreter pädagogischer Projekte werden externe Kräfte eingeladen. Die LMU Rabauken e.V. nehmen am Programm „Pädagogische Qualitätsbegleitung in Kindertageseinrichtungen PQB“ in Bayern, seit Januar 2017 regelmäßig teil.

2. Haltung

2.1. Leitgedanke

Die Eltern-Kind-Initiative LMU Rabauken e.V. versteht sich als Ort für Kinder, der auf wissenschaftlich-sozialpädagogischer Grundlage familienergänzende Erziehung und Betreuung bietet. Im Mittelpunkt der erzieherischen Arbeit steht das Kind. Die Arbeit orientiert sich an seinen Bedürfnissen. Erziehung soll ganzheitlich erfolgen und die Kinder als eigenständige Personen wahrnehmen und fördern. Erziehung bedeutet das Bereitstellen einer hilfreichen Struktur und eines Rahmens, innerhalb dessen die Kinder ihre Persönlichkeit entfalten und wichtige Entwicklungsschritte vollziehen können. Die Kinder sollen sich als Teil der Gruppe erleben, innerhalb derer Verantwortungsgefühl einerseits und Geborgenheit andererseits erfahren werden können. Die Kinder sollen ermutigt und darin bestärkt werden, an Entscheidungsprozessen aktiv mitzuwirken. Die Partizipation der Kinder an Prozessen, die sie unmittelbar betreffen, ist fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit.

2.2. Vernetzung der Gruppen

Die Gruppenübergreifende Arbeit bei den LMU Rabauken bietet den Kindern Entwicklungsspielraum und begünstigt eine Vielzahl von pädagogischen Zielen der Elterninitiative.

  • Der Kontakt unter den Kindern in den verschiedenen Gruppen bietet eine Vielfalt an sozialen Kontakten. Einzelkinder erlernen durch die altersgemischten Gruppen soziale Verhaltensweisen ähnlich wie im Familienverbund mit mehreren Kindern.
  • Ältere Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen und als Vorbild zu fungieren.
  • Soziales Lernen erfolgt durch Beobachtung der größeren Kinder durch die jüngeren Kinder und motiviert sie zudem zu selbständigem Handeln.
  • Die Kinder lernen, sich in andere hineinzuversetzen und deren Verhalten zu verstehen, was zur Entwicklung der Empathie beiträgt.
  • Die Kinder lernen, auf unterschiedliche Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.
  • Sie lernen, dass an eine andere Umgebung andere Regeln gebunden sein können und können dies im Transfer auf andere Schauplätze ihres Alltags übertragen.
  • Die Kinder können den Kontakt zum Team der anderen Gruppe herstellen, so dass im Früh- und Spätdienst und bei Dienstplanänderungen bzw. im Krankheitsfall das gesamte Team bei allen Kindern bekannt und vertraut ist. ##2.3. Pädagogische Ziel Die pädagogische Arbeit orientiert sich an den Basiskompetenzen des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans. Die Bindung zwischen Kind und Betreuungsperson ist unser herausragendes Ziel und Mittel, da ohne Bindung keine Erziehung oder Bildung möglich ist. Die pädagogische Arbeit wird entsprechend des Alters und Entwicklungsstandes des Kindes modifiziert.

Erziehung zur Selbständigkeit

Die Kinder werden angeleitet, Dinge selbst zu tun. Sie sollen lebenspraktische Tätigkeiten selbstverantwortlich übernehmen und sich in ihrer Umgebung zurechtfinden. Die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen, indem sie z.B. „Dienste“ in der Gruppe (wie das Decken der Tische) selbständig ausführen.

Angemessenes Sozialverhalten

Die Kinder sollen den Umgang mit Regeln in der Gruppe lernen, indem sie diese akzeptieren, aber auch hinterfragen dürfen. Der Umgang mit gesetzten Grenzen fördert die Entwicklung von Frustrationstoleranz. In der Interaktion mit anderen Kindern sollen sie Rücksicht und Einfühlungsvermögen zeigen und lernen, Konflikte zu lösen. Gegenseitiger Respekt soll Grundlage der Kommunikation sein, sowohl unter den Kindern als auch gegenüber den Erwachsenen. Die Kinder bekommen vom Team Hilfestellung bei Problemlösungen mit anderen Kindern, sofern sie diese nicht alleine bewältigt werden. Gewalt gegen andere wird konsequent abgelehnt.

Werte und Normen

Dazu gehören die gelebte Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Die Werte der Gruppen fußen auf ethisch verantwortungsvollem Verhalten gegenüber Mitmenschen und der Natur. Dies wird den Kindern in Form von Regeln und dem Vorbild der BetreuerInnen nahegebracht. Jahreszeitliche (religiöse) Feste werden gefeiert und mit den Kindern der Sinn und Inhalt dieser Feste erarbeitet. Die Kinder sollen lernen, mit eigenen und fremden Gegenständen sorgsam umzugehen.

Persönlichkeitsentwicklung

Die Kinder sollen Selbstvertrauen entwickeln und werden motiviert, ihre eigene Meinung zu sagen und zu vertreten. Das Entwickeln von Selbstbewusstsein hilft ihnen, sich abzugrenzen. Die Grenzen von anderen werden akzeptiert. Durch gezielte Wahrnehmungs- und Bewegungsangebote sollen die Kinder lernen, ihren Körper wahrzunehmen. Die Wahrnehmung von Gefühlen und Ängsten bekommt Raum und wird gefördert.

Die Kinder werden zum Ausdruck und zur Benennung ihrer Emotionen ermutigt. Das Wahrnehmen eigener Emotionen fördert die Entwicklung von Empathie und Resilienz.

Körperliche Entwicklung und Gesundheit

Die Kinder sollen jeden Tag die Möglichkeit haben, sich gemäß ihres natürlichen Bewegungsdranges körperlich zu betätigen. Dazu gehört das möglichst tägliche Rausgehen in den Garten, zu den Spielplätzen in der Nähe der Einrichtung und in den Englische Garten. Dementsprechend finden eine Vielzahl von Angeboten im Freien statt. Die Feinmotorik wird durch diverse Angebote gefördert. Wenn ein Spielplatz eine Wasserstelle zum Spielen hat, bleiben die Windeln, Unterhose an. Die Kinder sind bei uns im Krippenalltag niemals nackig. Alltagspraktische Fertigkeiten werden in den Gruppen erlernt. Das Essen findet gemeinsam statt, dabei soll auch eine Wertschätzung der Nahrung vermittelt werden. Beim Essen sollen sich alle wohl fühlen. Das Essen beginnt immer mit einem Tischspruch. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder sich das Essen selbst nehmen können, dass sie lernen sich eine angemessene Essensportion zu nehmen, den eigenen Appetit einzuschätzen.

Musische Förderung, Kreativität und Fantasie

Die Fachkräfte machen regelmäßig Angebote zur musischen und künstlerischen Förderung. Zur musischen Förderung finden Tanz- und Singkreise statt, das Vorspielen oder eigenständige Spielen von Musikinstrumenten. Außerdem kommt wöchentlich eine Musikpädagogin zum gemeinsamen Musizieren zu uns in die Einrichtung. Beim Freispiel und beim Rollenspiel können die Kinder ihrer Kreativität und Fantasie Ausdruck verleihen und bekommen durch die Dynamik der Gruppe vielfältige Anregungen. Das Malen und Basteln mit verschiedenen Materialien fördert den kreativen Ausdruck der Kinder und regt ihre Sinne an.

Der Garten bietet die Möglichkeit mit Naturmaterialien ohne die räumliche Beschränkung der Gruppenräume ganzheitliche Erfahrungen zu machen.

Sinnestraining fördert die Wahrnehmung der Kinder und führt wieder zu einem verfeinerten Selbstempfinden. Je nach Möglichkeit besuchen die Gruppen kulturelle Veranstaltungen und wecken so das Interesse der Kinder an verschiedenen Formen von Kunst und Kultur.

Sprachförderung

Die Förderung der Sprache und des Spracherwerbs nimmt einen großen Stellenwert im Gruppenalltag ein und erfolgt je nach Alter der Kinder durch Sitz- und Singkreise, den Morgenkreis, Fingerspiele, Geschichten erzählen, Vorlesen, das Betrachten von Bilderbüchern, regelmäßigen Büchereibesuchen und generell durch die Ermutigung der Kinder von sich und ihrem Erleben zu berichten. Literacy, der Zugang zur Schrift- und Sprachkultur ist dabei ebenso von Bedeutung wie die Beachtung von Regeln im alltäglichen Sprachgebrauch und ein höflicher Umgang miteinander.

Natur und Umwelt

Bei Ausflügen lernen die Kinder die Natur im Wechsel der Jahreszeiten kennen und erfahren etwas über Pflanzen- und Tierarten. Im Garten können sie selbst pflanzen (Erdbeerhochbeet) und ernten. Beim täglichen Erleben der Natur sollen die Kinder einen achtsamen und respektvollen Umgang mit ihrer Umwelt erlernen.

Sauberkeitserziehung

Die Krippenkinder lernen im eigenen Entwicklungstempo den Übergang von der Windel zur Toilette. Das „Trockenwerden“ erfolgt stets spielerisch und ohne Druck und Zwang. Das Team achtet auf die Signale des Kindes und seine Bereitschaft auf die Windel zu verzichten und schafft Anreize durch positive Verstärkung. Allgemein wird Wert auf hygienisches Verhalten, etwa regelmäßiges Händewaschen gelegt. In der Einrichtung werden die Kinder nur von festen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gewickelt, die eine ausreichende Einarbeitungszeit hatten. Kurzfristige Aushilfen oder Arbeitskräften ist das Wickeln nicht gestattet. Die Kinder dürfen frei wählen, wer sie wickeln oder auf die Toilette begleiten soll.

Prävention Team

Die MitarbeiterInnen der LMU Rabauken e.V. arbeiten nach der Münchner Grundvereinbarung nach § 8a SGB VIII / KJHG zum Schutz des Kindeswohls. Die Kinder werden ermutigt, ihre Gefühle wahrzunehmen und angemessen auszudrücken. Es gibt keine verbotenen Gefühle. Der kompetente Umgang mit Emotionen ist ein wesentlicher Faktor im Bereich der Gewalt- und Suchtprävention. Es werden pädagogische Angebote zum Sinnestraining durchgeführt, die alle Bereiche der Wahrnehmung abdecken (z.B. Gefühlelied, benennen der Gefühle der Kinder).

Prävention Vorstand

Hinzu kommen die präventiven Vorgaben durch den Träger der LMU Rabauken e.V.:

SGB VIII:

  • §45 Betriebserlaubnis
  • §47 Meldepflicht
  • §72 erweitertes Führungszeugnis alle 5 Jahre, von jedem Mitarbeiter (auch Aushilfe, Musiklehrer etc.)

Gruppenregeln

Regeln sind eindeutig aufgestellt und dienen dazu, den Kindern die Orientierung zu erleichtern und innerhalb der gesetzten Grenzen einen Raum zu schaffen, in dem sie sich sicher fühlen. Die Regeln sind für alle verbindlich und haben das Ziel, die Verletzungsgefahr für die Kinder zu reduzieren und gleichzeitig soziale Umgangsformen zu etablieren. Das Personal achtet auf die Einhaltung der Regeln, die immer wieder einer kritischen Überprüfung unterzogen und den Umständen angepasst werden sollen.

3. Team

3.1. Rolle des Teams

Zur Aufgabe der Teams gehört es, das einzelne Kind aufmerksam zu beobachten, auf seine Bedürfnisse angemessen einzugehen und dabei die Balance zwischen Zurückhaltung und Einflussnahme zu halten. Die pädagogischen Fachkräfte müssen dafür die Lebenssituation des Kindes kennen und mit den Eltern in Kommunikation bleiben. Dazu gehören auch eine Rückmeldung über die Entwicklung des Kindes, das Ansprechen eventuell auftauchender Probleme und die Suche nach Lösungen. Durch genaue Beobachtung können Defizite erkannt und Ressourcen der Kinder gefördert werden. Die MitarbeiterInnen sollen die Rolle des Kindes in der Gruppe wahrnehmen und bei Bedarf Hilfestellung bieten, um dem Kind die Integration zu ermöglichen.

Der Tagesrhythmus soll auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt werden, z.B. durch Ruhemöglichkeiten, Einzel- und Gruppenaktivitäten. Das Team bietet den Kindern Materialien und Spielideen entsprechend ihrer intellektuellen, sozialen und kreativen Interessen und Bedürfnisse an. Die Arbeit erfolgt stets situationsorientiert. Das Team soll Interesse für das soziale und kulturelle Leben in der Stadt vermitteln. Es dient den Kindern als Vorbild, indem es auch auf der Erwachsenenebene verantwortungsvoll und rücksichtsvoll handelt und Kommunikation und Konfliktfähigkeit demonstriert. Die Arbeit erfolgt gemäß den Kriterien des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans.

3.2. Zusammensetzung

Die Teams der Krippengruppen setzen sich üblicherweise aus zwei Fachkräften (Erzieher oder Erzieherin) sowie einer Ergänzungskraft (Kinderpfleger oder Kinderpflegerin, Berufspraktikantin oder vergleichbar) zusammen. Dies kann je nach der Qualifikation der ggf. neu einzustellenden Mitarbeiter auch gemäß dem Anstellungsschlüssel (BayKiBiG) und anerkanntem Etatrahmen variiert werden. Die Basis der Arbeit im Team ist Gleichberechtigung aller MitarbeiterInnen unter Beachtung der speziellen qualifizierten Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Voraussetzung dafür ist die Akzeptanz verschiedener Persönlichkeiten in den Teams, Respekt und Achtung voreinander sowie Offenheit und Konfliktfähigkeit bei Problemen.

3.3. Fortbildung und Supervision

Die MitarbeiterInnen haben Anspruch auf fünf Fortbildungstage, die sie regelmäßig für Seminare und Weiterbildungen nutzen. Diese werden in Absprache mit dem Vorstand genehmigt. Die Wünsche des pädagogischen Teams zu Inhalten der Fortbildungen werden berücksichtigt. Zudem finden regelmäßige Supervisionen/Qualitätsbegleitungen mit externen Experten statt. Inhalt der Supervision/Qualitätsbegleitung können Konflikte oder Fragen bezüglich der Zusammenarbeit im Team oder pädagogische Themen sein. Einmal im Jahr finden Personalgespräche zwischen den Mitarbeiterinnen und dem Personalvorstand statt, bei zusätzlichem Bedarf auch öfter.

3.4. Teamarbeit

Jedes Team regelt anfallende organisatorische und interne Belange weitgehend selbständig in den wöchentlichen Gruppenteamsitzungen, sowie der wöchentlichen gruppenübergreifenden Teamsitzung.

Federführend zuständig für die interne organisatorische Arbeit ist die Leitungskraft der Einrichtung. Die grundsätzliche organisatorische, wie pädagogische Absprache erfolgt in wöchentlichen Teamsitzungen.

Hier werden gemeinsame Aktionen geplant und Dienstpläne abgesprochen sowie mögliche Probleme, die aus der gruppenübergreifenden Arbeit resultieren, besprochen. Für vertiefte Gespräche zu pädagogischen Themen, Fallbesprechungen oder kollegialer Beratung findet zusätzlich ein Klausurtag am Ende des Krippenjahres, sowie ein Planungstag zu Beginn des Krippenjahres statt. Durch die enge Zusammenarbeit soll eine kontinuierliche und befriedigende Kooperation der Teams gewährleistet werden. Die PraktikantInnen in jedem Team erhalten regelmäßige Anleitungsgespräche von ihrer fachlichen Anleitungskraft in der Gruppe. Einmal im Jahr findet ein Betriebsausflug für das gesamte Team statt, sowie einmal jährlich ein pädagogischer Teamtag/Konzepttag.

4. Beteiligung

Das Team bespricht sich regelmäßig im Tagesablauf (z.B. Morgenkreis) mit den Kindern, damit alle die Möglichkeit haben, Themen, die sie beschäftigen, in die Gruppe einzubringen. Gemeinsam wird nach Lösungen gesucht, Ideen und Vorschläge für ein gelingendes Miteinander im Alltag entwickelt. Die Kinder sollen ihre Möglichkeit zur Partizipation erleben und lernen, dass sich in der Gruppe demokratisch das Zusammenleben wirkungsvoll gestalten lässt

Beispiele aus der Krippengruppe:

  • Im Morgenkreis dürfen die Kinder Lieder und Singkreisspiele selbst aussuchen
  • Jedes Kind darf selbst entscheiden ob es im Morgenkreis etwas erzählen möchte oder nicht
  • Beim Bilderbuch vorlesen dürfen die Kinder das Buch auswählen
  • Während des Freispiels dürfen die Kinder Spielpartner und Spielmaterial frei wählen
  • Bei gezielten Angeboten darf jedes Kind frei entscheiden ob es mitmachen möchte
  • Trinken bei Bedarf und zu jeder Zeit
  • Ein Kind darf selbst entscheiden was es essen und trinken möchte
  • Beim Wickeln darf das Kind sagen wenn es von einer bestimmten Erzieherin gewickelt werden möchte

    5. Beschwerdemanagement

    Beispiele aus der Krippengruppe:

  • Krippenkinder formulieren ihre Beschwerden durch Willensäußerungen und Gefühlen. Bei uns darf das Kind je nach Gefühlslage jede Äußerung von sich geben (lachen, weinen, Wutausbruch, Trotz, etc.). Dadurch erfährt die Erzieherin die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder.
  • In kleinen Gesprächs- und Fragerunden können auch schon die Krippenkinder befähigt werden, zu benennen was ihnen gut gefällt, ob ihnen etwas geschmeckt hat, ob sie Spaß an einem Angebot hatten usw.

Für alle Kinder gilt:

  • Alle Anliegen und Beschwerden der Kinder werden ernst genommen. Die Kinder werden dazu ermutigt sich zu beschweren. Wir bieten ihnen aktiv Möglichkeiten sich mitzuteilen und unterstützen sie dabei.
  • regelmäßige Gesprächsrunden
  • gerade bei den Krippenkindern, die noch nicht oder nur wenig sprechen können, achten wir auf die Körpersprache und suchen den engen Austausch mit den Eltern
  • Kinder dürfen sich an eine Vertrauensperson wenden
  • Rituale einführen und Kindern aktiv zuhören (Wie geht es dir? Möchtest du was dazu sagen? Alle Kinder haben Meinungsfreiheit und werden dazu animiert ihre eigene Meinung zu äußern – jedoch nicht gezwungen)

    6. Sexualpädagogik

    Seit über einem Jahr beschäftigen sich das Team und der Vorstand mit dem Thema Sexualpädagogik intensiver. Es wurden Fortbildungsveranstaltungen von Teammitgliedern besucht und in Teambesprechungen diskutiert. Das Team organisiert vom Verein Zartbitter Köln e.V. Informationsmaterial zu diesem Thema.

Beispiele aus der Krippengruppe:

  • Orale Phase: Krippenkinder nehmen Dinge in den Mund -Manche Kinder wollen beim Wickeln anderer Kinder (wenn diese einverstanden sind) zuschauen Kinder haben jederzeit die Möglichkeit mit der Erzieherin zu „kuscheln“ und sich auf den Schoß zu setzen
  • Kinder dürfen sich mit Doktorspielen beschäftigen (Kleidung, Windel bleiben an)
  • Bilderbücher in denen den Kindern der Körper erklärt wird
  • Wir benennen die Körperteile/Geschlechtsteile mit dem richtigen Namen, wenn die Kinder danach fragen. Dies schult das Bewusstsein für das eigene Geschlecht. (Wir nennen keine erfundenen Namen)

    7. Dokumentation von Vorsorgeuntersuchungen

    Ein wichtiger Indikator für eine mögliche Kindeswohlgefährdung kann eine fehlende oder lückenhafte Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen sein) sein. Bei Vertragsabschluss lassen wir uns entsprechende Dokumentationen dieser Untersuchungen (z.B. U-Heft) vorlegen. Die Vollständigkeit der Vorsorgeuntersuchungen wird dokumentiert und fließt in die Beurteilung einer möglichen Kindeswohlgefährdung mit ein.

8. Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

8.1. Vorgehen nach § 8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

  1. Verdacht auf Kindeswohlgefährdung durch die Eltern: Dokumentation (schriftliches Festhalten von Fakten)
  2. Gewichtige Anhaltspunkte wahrnehmen und einschätzen
  3. Austausch mit Team/Leitung: Vier Augen-Prinzip (Rücksprache, kollegiale Beratung, Überprüfung mit Team/Leitung)
  4. Verwenden der KiWo-Skala (KiTa) mit dem gesamten Team
  5. Hinzuziehen einer insoweit erfahrenen Fachkraft (wenn Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann)
  6. Gemeinsame Risiko-/Gefährdungseinschätzung (akut, Gefährdung vorhanden, nicht auszuschließen, bestätigt sich nicht)
  7. Je nach Einschätzung unterschiedliche Vorgehensweise (Akut: Jugendamt, Gefährdung vorhanden oder nicht auszuschließen: Gespräch mit Eltern)
  8. Überprüfung der Entwicklung/Vereinbarungen
  9. Erneute Gefährdungseinschätzung (evtl. nötig)
  10. Fallübergabe an das Jugendamt (evtl. nötig, Information der Eltern)

8.2. Vorgehen bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung durch Fachkräfte/Mitarbeiter in der Einrichtung

  1. Hinweise auf Kindeswohlgefährdung durch Mitarbeiter: Dokumentation
  2. Information an Leitung und Träger/Vorstand (Personalvorstand der Gruppe)
  3. Erstbewertung der Hinweise (oben genannter Personen, evtl. mit insoweit erfahrener Fachkraft) – Gefährdungseinschätzung
  4. Hinweise auf Kindeswohlgefährdung/nicht ausgeschlossen: Einbeziehung ieFK/Fachaufsicht, Freistellung der/s Beschuldigten, Aufsichtsbehörde
  5. Vertiefte Prüfung (Anhörung des/r Beschuldigten, Information der Eltern, externe Beratung)
  6. Zusammenfassende Bewertung der Gefährdung
  7. Unterschiedliches Vorgehen: Entscheidung über weitere Maßnahmen (Beratungsangebot, Information bei vorhandener oder unklarer Gefährdung) oder Rehabilitation des/r Beschuldigten (keine Gefährdung)